Unser Umweltmanagement ist nach ISO 14001 zertifiziert
Was hinter der neuen Zertifizierung steckt und wie es jetzt weitergeht
Seit Kurzem ist unser Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 zertifiziert. Damit haben wir einen wichtigen Schritt abgeschlossen, auf den sich verschiedene Bereiche im Unternehmen gemeinsam vorbereitet haben.
Auf dem Weg zur Zertifizierung wurden bestehende Abläufe geprüft, Dokumente aktualisiert und Zuständigkeiten geklärt. Dabei ging es unter anderem um Abfälle und Gefahrstoffe, den Einsatz von Ressourcen, gesetzliche Vorgaben und die erforderlichen Prüfungen.
Das Zertifikat bestätigt, dass unser Umweltmanagementsystem die Anforderungen der ISO 14001 erfüllt. Gleichzeitig ist die Zertifizierung kein Abschluss. Das System wird regelmäßig überprüft und soll im Arbeitsalltag weiterentwickelt werden.
Was genau steckt hinter der Norm? Wie lief die Zertifizierung ab und was bedeutet sie für unseren Arbeitsalltag? Unser IMS & Compliance Manager beantwortet die wichtigsten Fragen.
Was ist die ISO 14001?
Die ISO 14001 ist eine international anerkannte Norm für Umweltmanagementsysteme. Sie hilft Unternehmen dabei, ihre Umweltauswirkungen systematisch zu erkennen, zu bewerten und zu verringern.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
- Abfälle und Emissionen verringern
- Energie und Ressourcen sparsam einsetzen
- Umweltgesetze und Vorschriften einhalten
- Umweltrisiken erkennen und bewerten
- die eigene Umweltleistung kontinuierlich verbessern
Welche konkreten Ziele erreicht werden müssen, schreibt die Norm nicht vor. Stattdessen schafft sie einen verbindlichen Rahmen: Ziele festlegen, Maßnahmen umsetzen, Ergebnisse überprüfen und Verbesserungen ableiten. So wird Umweltschutz zu einem festen Bestandteil der betrieblichen Abläufe.
Interview Frage 1. Wie hat sich dein Blick auf das Thema Umweltmanagement verändert, seit du dich intensiver mit der ISO 14001 beschäftigst?
Antwort Christian Friedrich (IMS & Compliance Manager): Seit ich mich intensiver mit der ISO 14001 beschäftige, hat sich mein Blick auf das Thema Umweltmanagement deutlich erweitert. Ich habe gelernt, dass Umweltmanagement nicht nur auf Energie- und CO₂-Einsparungen beschränkt ist. Vielmehr betrachtet die ISO 14001 die gesamten umweltrelevanten Aspekte eines Unternehmens, beispielsweise den Umgang mit Ressourcen, Abfällen, Emissionen und weiteren Umweltaspekten.
Die Energieeinsparung ist dabei zwar ein wichtiger Bestandteil, steht aber insbesondere im Fokus eines Energiemanagementsystems, wie beispielsweise der ISO 50001. Durch die Beschäftigung mit der ISO 14001 ist mir daher bewusst geworden, dass Umweltmanagement ganzheitlicher betrachtet werden muss und in die gesamten betrieblichen Prozesse integriert werden sollte.
Was bringt uns die Zertifizierung?
Die ISO 14001 hilft uns dabei, Umweltthemen nach festgelegten Abläufen zu bearbeiten und regelmäßig zu überprüfen. Aufgaben und Ansprechpartner werden klar benannt, wichtige Prüfungen und Nachweise dokumentiert und Verbesserungsmöglichkeiten weiterverfolgt. Gleichzeitig können wir Anforderungen von Kunden erfüllen, wenn eine Zertifizierung vorausgesetzt wird.
Wie lief der Weg zur Zertifizierung ab?
Der Weg zur ISO 14001 Zertifizierung verlief in drei Schritten:
- GAP Analyse: Ein externes Beratungsunternehmen verglich unser bestehendes Managementsystem mit den Anforderungen der Norm. Dabei wurden offene Punkte und Verbesserungspotenziale sichtbar.
- Bereitschaftsanalyse: Der spätere Zertifizierer prüfte, ob die grundlegenden Voraussetzungen für das eigentliche Audit erfüllt waren.
- Zertifizierungsaudit: Nachdem die noch offenen Punkte bearbeitet waren, wurde unser Umweltmanagementsystem umfassend geprüft. Mit dem erfolgreichen Abschluss erreichten wir die Zertifizierung.
Interview Frage 2. Wie übersetzt du die formalen Anforderungen der Norm in verständliche Abläufe für die Kolleginnen und Kollegen?
Antwort Christian Friedrich (IMS & Compliance Manager): Ich habe die formalen Anforderungen der ISO 14001 vor allem durch interne Schulungen und praxisnahe Erklärungen in verständliche Abläufe übersetzt. Zusätzlich werden die Anforderungen in angepassten Arbeitsanweisungen festgehalten, sodass sie im Arbeitsalltag einfach nachzuvollziehen und umsetzbar sind. Dabei ist mir wichtig, die Anforderungen nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern einen direkten Bezug zu den täglichen Aufgaben herzustellen.
Wie wird unser Umweltmanagement überprüft?
Bei einem Audit werden zunächst die relevanten Dokumente und Nachweise geprüft. Danach nehmen die Auditorinnen und Auditoren die Prozesse und Abläufe vor Ort in den Blick. Entscheidend ist, ob die Anforderungen der ISO 14001 sowie unsere eigenen Umweltziele und Vorgaben umgesetzt werden.
Die Zertifizierung folgt einem dreijährigen Zyklus: Alle drei Jahre findet ein vollständiges Zertifizierungsaudit statt. In den beiden Jahren dazwischen wird jeweils ein Überwachungsaudit durchgeführt. So wird regelmäßig geprüft, ob das System funktioniert und weiterentwickelt wird.
Was setzen wir bereits konkret um?
Ein Beispiel ist die Abfallentsorgung. Neben der Mülltrennung im Unternehmen arbeiten wir mit einem neuen zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb zusammen. Dadurch stehen uns verbesserte Recyclingmöglichkeiten zur Verfügung.
Der Entsorgungspartner stellt außerdem Nachweise über die fachgerechte Entsorgung und Verwertung der Abfälle sowie CO₂- Nachweise bereit. So können wir die Umweltwirkungen unserer Entsorgungsprozesse besser nachvollziehen und dokumentieren.
Interview Frage 3. Mit welchen Unternehmensbereichen arbeitest du beim Umweltmanagement besonders eng zusammen?
Antwort Christian Friedrich (IMS & Compliance Manager):
Beim Umweltmanagement arbeite ich besonders eng mit dem Einkauf, den Gefahrstoffbeauftragten und den Sicherheitsbeauftragten zusammen. Mit dem Einkauf ist beispielsweise die Beschaffung umweltgerechter und möglichst ressourcenschonender Produkte und Materialien ein wichtiges Thema. Mit den Gefahrstoffbeauftragten geht es insbesondere um den sicheren und umweltgerechten Umgang mit Gefahrstoffen, die entsprechenden Dokumentation sowie das Gefahrstoffkataster. Die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbeauftragten betrifft unter anderem die Arbeitssicherheit, Prüfungen und den Brandschutz. Da viele dieser Themen miteinander verbunden sind, ist eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche wichtig, um Umwelt-, Sicherheits- und gesetzliche Anforderungen gemeinsam umzusetzen.
Interview Frage 4. Worauf kommt es aus deiner Sicht an, damit ein Umweltmanagementsystem im Alltag verlässlich funktioniert?
Antwort Christian Friedrich (IMS & Compliance Manager): Aus meiner Sicht funktioniert ein Umweltmanagementsystem im Alltag nur dann zuverlässig, wenn sich jeder Mitarbeitende daran beteiligt und die entsprechenden Vorgaben und Vorschriften konsequent eingehalten werden. Umweltmanagement muss im täglichen Arbeitsablauf gelebt werden und darf nicht nur für ein Audit umgesetzt werden. Dabei kommt es auch auf scheinbare Kleinigkeiten an. So müssen beispielsweise auch die von einem Entsorgungsfachbetrieb bereitgestellten Abfallcontainer regelmäßig überprüft werden und über die erforderlichen, aktuellen Prüfungen bzw. Nachweise verfügen. Gerade solche Details zeigen, ob ein Umweltmanagementsystem im Alltag tatsächlich funktioniert. Wichtig ist deshalb, dass jeder Mitarbeitende Verantwortung übernimmt, aufmerksam ist und Auffälligkeiten oder Abweichungen direkt anspricht und meldet.
Umweltmanagement bleibt eine gemeinsame Aufgabe
Mit der Zertifizierung ist das Umweltmanagement nicht abgeschlossen. Sie schafft vielmehr den Rahmen für eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Entscheidend bleibt, dass wir Vorgaben im Alltag berücksichtigen, Verantwortung übernehmen und Abweichungen frühzeitig ansprechen.