Nach vielen erfolgreichen Jahren verabschiedet sich Klaus Rupprecht als Vertriebsleiter der A+B Electronic in den Ruhestand. Im Interview spricht er über seinen Einstieg ins Unternehmen, prägende Veränderungen, die Zusammenarbeit im Team und die Erfahrungen, die ihn in seiner beruflichen Laufbahn begleitet haben. Gleichzeitig richtet er den Blick auf seinen neuen Lebensabschnitt.
Der Start bei A+B Electronic
Wann und unter welchen Umständen bist du zu A+B Electronic gekommen?
Klaus Rupprecht: Mein Netzwerk flüsterte mir die Information im Frühjahr 2021, dass eine Vakanz der Vertriebsleitung bei einem EMS - Dienstleister im Nordwesten Deutschlands ausgeschrieben sei. Die ersten Gespräche liefen über eine Headhunterin und mündeten schließlich in der Unterzeichnung eines Vertrags und Eintritt zu Beginn 2022.
Was hat dich damals an A+B Electronic besonders gereizt?
Klaus Rupprecht: Zwei Faktoren sind hier im Wesentlichen zu nennen. Die A+B als Unternehmen war von der Größe genau mein Geschmack. Mit 130 Mitarbeitern nicht zu klein, aber auch nicht zu groß mit einer wohl deklinierten Prozesswelt, dennoch mit viel Gestaltungsspielraum, perfekter Match. Die Lage von A+B zwischen Bremen und Oldenburg, die norddeutsche Mentalität, die Nähe zur Nordsee waren durchaus auch ein wichtiger Aspekt, der meine Entscheidung beeinflusst hat.
Wie hat sich das Unternehmen seit deinem Einstieg verändert?
Klaus Rupprecht: Für mich ist erwähnenswert, dass wir die Marke A+B gefestigt und gestärkt, den Bekanntheitsgrad und unsere Reichweite ausgebaut haben. Wir verbinden Tradition und Erfahrung jetzt viel passgenauer mit der Welt der digital Nativs. Unsere technischen Fertigkeiten haben sich durch immer mehr anspruchsvollere Baugruppen, Geräten und Systeme weiterentwickelt.
Kurz um: Wir waren in der Vergangenheit erfolgreich und bleiben es auch in schwierigen Zeiten, wir sind weiterhin der verlässliche Partner durch ständige Modernisierung.
Welche Entwicklungen im Vertrieb haben dich in deiner Laufbahn besonders geprägt?
Klaus Rupprecht: Da ich als Ingenieur aus der Technik komme, bewerte ich die Vertriebsarbeit aus diesem Blickwinkel. Die Verbindung von Technik und Commers ist an sich schon spannend und herausfordernd. Es mag komisch klingen: Als Vertriebsleiter ist das Salz in der Suppe das Managen von Kundenwünschen oder gar Abweichungen, die ständige Suche nach einer tragfähigen Lösung, das Ringen um Termine und, und, und …
Die Vertriebsleitung muss ergo ein starkes Team führen, dass in der Lage ist Ansprüche und Möglichkeiten optimal in die Balance zu bringen.
Was waren die größten Herausforderungen, die du als Vertriebsleiter meistern musstest?
Klaus Rupprecht: Am Anfang habe ich die Kürzel KI oder ChatGPT nicht ernstgenommen und als Hype bewertet. Heute sehe ich das komplett anders.
So ist der Aufbau von Neukunden für den Vertrieb eine zentrale und wichtige Aufgabe. Die Zeiten des wilden Zukaufs von Adresslisten und das stumpfe abtelefonieren sind Geschichte. Man kann die KI nutzen, um sich über jeden beliebigen Marktplatz selbst einen Überblick zu verschaffen, verbunden mit der intelligenten Bewertung von Potentialen und möglichen Interessenten. Ich will sagen, die Ansprache wird damit genauer und treffsicherer. Auch der allzu oft bemühte „Sales Funnel“ gehört damit in die Mottenkiste.
Welche technischen oder marktseitigen Veränderungen haben den Vertrieb am stärksten beeinflusst?
Klaus Rupprecht: Es fällt mir schwer einzelne Projekte der letzten 4,5 Jahre zu benennen und damit zu exponieren. Manchmal sind es auch gar nicht die großen Projekte mit hohen Umsatzerträgen, die einen besonders glücklich machen.
Mich persönlich hat es immer gefreut, wenn ich meine Erfahrung, egal an welcher Stelle, zum besseren Gelingen einspeisen konnte. Davon gab es zahlreiche Momente, das war toll.
Team und Unternehmenskultur
Was hat die Zusammenarbeit mit deinen Kolleginnen und Kollegen für dich besonders gemacht?
Klaus Rupprecht: Das ist eine Frage, die uns zum Anfang des Interviews führt. Den Norddeutschen wird ja gerne nachgesagt, sie seien etwas spröde. Das mag hier und da zutreffen, aber eine andere Eigenschaft, die damit verknüpft ist, ist die Ernsthaftigkeit mit der Aufgaben erledigt werden. Ich mag einfach diese „spröde“ Art ohne großes Aufsehen die Dinge zuverlässig zu erledigen.
Die Kollegen bei A+B haben mich von Anfang an hier überzeugt, verbunden mit dem Respekt vor der Leistung des anderen.
Und mal ganz ehrlich: Wer hier in der Region unterwegs ist, wird bei Begegnungen oft mit einem freundlichen „Moin“ begrüßt. Wo gibt’s das sonst?
Welche Eigenschaften sind aus deiner Sicht wichtig, um im Vertrieb erfolgreich zu sein?
Klaus Rupprecht: Willen, Durchsetzungsstärke, Menschenkenntnis, …. alles was in den Lehrbüchern über Vertrieb steht stimmt. Bitte lesen.
Blick nach vorn
Hast du schon konkrete Pläne für die kommende Zeit?
Klaus Rupprecht: Ja natürlich. Zuerst kümmere ich mich um mich, um meine Gesundheit. Dann kommt meine Familie und dann kommt mein Hobby: Mein Oldtimerfuhrpark hat sich schon angemeldet, da gibt es einiges zu tun, ich freue mich riesig.
Da fällt mir ein: Ich muss noch Handwaschpaste einkaufen.
Welchen Rat möchtest du deinen Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg geben?
Klaus Rupprecht: Bloß nicht Bange machen lassen, von all den schlechten Meldungen der Welt oder der Branche. An diesem Punkt sollten wir den Rheinländern folgen: „et is noch immer jot jejange“.
Nein im Ernst: Die Aussichten sind besser als die Erzählungen drumherum, man sollte mit Zuversicht am Erfolg arbeiten, ich zitiere gerne und immer wieder “Che Guevara”.