Single-Source- oder Second-Source-Partner? Wir können beides sein

Wie wir als Second-Source-Partner mehr Gestaltungsspielraum in Ihren EMS-Einkauf bringen

Single Source ist die Beschaffung eines Artikels aus nur einer Quelle – und recht weit verbreitet in unserer Branche. Oft sind derartige Geschäftsbeziehungen spontan in einer frühen Phase des Unternehmens entstanden, haben sich bewährt und wurden dann jahrelang beibehalten. Meist auch, wenn sich das belieferte Unternehmen deutlich weiterentwickelt hat und inzwischen viel höhere Stückzahlen produziert. Das hält Maria Schulz aus dem technischen Vertriebsaußendienst bei A+B Electronic für ein hohes unternehmerisches Risiko. Ein Plädoyer für zweite Standbeine.

Zugegeben: Single Sourcing ist auf den ersten Blick interessant

Für Unternehmen hat Single Sourcing klare Vorteile: ein Ansprechpartner, möglicherweise Preisvorteile durch das Auftragsvolumen, nur eine Buchung für einen Auftrag, der Einkauf ist gebündelt, entsprechend weniger Verwaltungsaufwand. Die meist langfristigen Beziehungen zwischen einem Unternehmen und „seiner“ Single Source helfen auch bei der gemeinsamen Entwicklung neuer Baugruppen oder einer genauen Abstimmung in der Logistik und Verpackung. Auch die Beziehung zwischen der Single Source und dem Auftraggeber ist speziell: Als Single Source wissen wir um unsere besondere Verantwortung für den Partner. Wir kennen die Unternehmen, für die wir die Single Source sind, besonders gut, kennen die technischen Anforderungen bis ins kleinste Detail, sind mit den Ansprechpartnern gut eingespielt. Es ist vor allem für unsere Kunden auch ein erheblicher Vorteil, wenn wir uns gut kennen. So können wir frühzeitig nachfragen, ob wir Kapazitäten für eine Baugruppe freihalten, einen neuen Rahmenvertrag vereinbaren und Bauteile nachbestellen sollen – denn dann wissen wir im Grunde schon, wann der Kunde was genau für seine Produkte braucht.

Single Sourcing ist nur für sehr kleine Unternehmen zeitgemäß

Jedes Unternehmen, das von EMS-Leistungen abhängt, muss überlegen: Ist uns eine Single Source sicher genug? Was passiert, wenn unser Bestücker mal ein Bauteil nicht beziehen kann oder wenn eine Produktionslinie zwei Wochen ausfällt? Können wir diese Verzögerung und den damit verbundenen Umsatzausfall verkraften? Denn wenn eine Single Source ausfällt und dann keine Second Source in den Startlöchern steht, braucht es meist mehrere Monate, einen neuen Lieferanten zu qualifizieren und zu auditieren. Je nach Komplexität der Baugruppe und Verfügbarkeit der einzelnen Komponenten kann da viel Zeit ins Land gehen. Besonders kritisch wird es dann, wenn darüber hinaus noch besondere Zulassungen oder TÜV-Prüfungen erforderlich sind. Da kann dann so ein Prozess auch schnell mal länger als ein Jahr dauern.

„Single Sourcing birgt aber auch Risiken, allen voran die völlige Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten.“

Maria Schulz
Vertriebsaußendienst
A+B Electronic

Ein spontaner Produktionsausfall der Single Source ist teuer – und gefährdet im Ernstfall die Kundenbeziehung

Selbst erfahrene Unternehmer sind meist überrascht, wie teuer ein Produktionsausfall oder eine Verzögerung ist – vor allem, wenn keine Second Source bereitsteht, die relativ spontan einspringen kann. Deswegen bieten wir uns gerne als Second Source für Unternehmen an, die bisher nur ein Standbein in der Anlieferung haben. Im Ernstfall kennen wir dann die technischen Gegebenheiten und können ein Projekt termingerecht retten. Eine Second Source zu haben, die parallel mitläuft, ist in unserer Branche auch eine wirtschaftliche Lebensversicherung. Oft wachsen wir über die Jahre in dieser Position gemeinsam mit unseren Auftraggebern. Denn wenn wir zuverlässig einspringen können, kann unser Geschäftspartner auch seine Kunden zuverlässiger bedienen.

Second Source als Inspiration für Innovationen

Unternehmen, die jahrelang nur eine Single Source genutzt haben, haben auch jahrelang wenige Impulse von außen bekommen. Die Innovationskraft eines neuen, frischen Partners fehlt. Single Sourcing ist zwar bequem für beide Seiten, neue Partner können aber entscheidende Anstöße zur Weiterentwicklung der eigenen Wertschöpfungsketten geben. Ausschließlich auf die Single Source zu vertrauen, bedeutet auch, den gebotenen Konditionen zu vertrauen und den Status Quo hinzunehmen. Dieser Status Quo mag zwar hinnehmbar sein, keine Frage. Aber die Konkurrenz schläft nicht und sucht immer nach Möglichkeiten, effizienter zu produzieren.

„Gerade als Second Source begeistern wir mit unseren Zusatzservices im Bereich Gerätemontage, Conformal Coating oder Logistik – und damit, dass wir Made in Germany strikt durchziehen.“

Maria Schulz
Vertriebsaußendienst
A+B Electronic

Übrigens zeigen wir das unseren möglichen Partnern auch ganz praktisch: Wir laden jeden Unternehmer, der sich für EMS-Dienstleistungen wie THT-Bestückung oder SMD-Bestückung interessiert, ein, unsere Produktion zu besichtigen. Da sind wir sehr transparent und bieten Interessierten immer die Möglichkeit, mit eigenen Augen zu sehen, wie wir produzieren, welche Maschinen wir nutzen und wie wir die Qualität der Baugruppen sicherstellen.

Eine zu große Sourcing-Vielfalt ist auch nicht zukunftsfähig

Manchmal treffen wir auf neue Partner, die mit sechs oder mehr Lieferanten arbeiten. Da beraten wir auch gerne und fragen, ob das verwaltungstechnisch nicht ein viel zu großer Aufwand ist. Manchmal können wir dann den Einkaufsaufwand bündeln und gemeinsam mit dem Kunden Synergien heben. Klar, sehr große und diversifizierte Unternehmen benötigen viele Quellen, bei Mittelständlern ist das aber oft nicht nötig und macht mehr Arbeit, als es Vorteile schafft.

„Als Second Source bieten wir Kunden auch eine neue Agilität und zeigen auf, was der Kunde noch an den Bestücker abgeben könnte, etwa die Beschaffung und das Conformal Coating.“

Maria Schulz
Vertriebsaußendienst
A+B Electronic

Haben Sie eine zuverlässige Second Source? Wenn nicht, sollten wir sprechen. Unser Kerngeschäft ist die Leiterplattenbestückung. Aber unsere Stärke ist es, für unsere Kunden noch viel mehr zu tun: Coating, Testing und komplette Gerätemontage sind nur drei Beispiele von vielen.